Weniger Reste – Potsdamer Schul- und Kita-Caterer kooperiert mit Foodsharing-Netzwerk

Das Potsdamer Unternehmen „kleinkost“, das Schulen und Kitas mit selbstgekochtem Bio-Essen versorgt, kooperiert mit dem Foodsharing-Netzwerk, um Lebensmittelreste vor der Tonne zu retten. Wir haben bei Anke Fröbel, einer der beiden Geschäftsführerinnen, nachgefragt:

VNS: Woher kam die Idee zur Kooperation?

Anke Fröbel: Gerade beim Schulessen sind bei aller Anstrengung Reste manchmal unvermeidlich. Da gibt es durch das Vorbestellsystem unserer Schulen und das nicht immer gut kalkulierbare Essverhalten der Kinder und Jugendlichen einige Stellgrößen, die man nicht auf „zero waste“ trimmen kann.  Als Unternehmen, das ausschließlich Bio-Produkte einsetzt und so schon im Wareneinkauf höhere Kosten hat, schauen wir ohnehin, dass wir unsere Lebensmittel möglichst vollständig verwerten. Bei uns werden z. B. die Schalen der Biozitronen abgerieben, mit Zucker versetzt haltbar zum Würzen von Speisen und Desserts verwendet.

Die Idee zur Kooperation mit den Aktivisten von Foodsharing hatte dann eine unserer Mitarbeiterinnen. Da hier in Potsdam schon eine gut organisierte Foodsharing-Gemeinschaft bestand, war der Kontakt leicht hergestellt.

Seit ca. 2 Jahren werden nun Lebensmittel und Reste an das Netzwerk weitergegeben. War es leicht dies umzusetzen?

Die Umsetzung war denkbar einfach, weil Grundsätzliches vom Foodsharing-Netzwerk schon mitbedacht wird. Im Netzwerk gibt es ehrenamtliche Foodsharing-Botschafter auf lokaler Ebene, also auch hier bei uns in Potsdam, die das Organisatorische vorab mit uns besprochen haben. Ganz wichtig: alle „Foodsaver“ unterschreiben sogenannte Rechtsvereinbarungen, die u. a. auch einen Haftungsausschluss der Lebensmittelspendenden Betriebe beinhalten. D. h., die Verantwortung für die abgeholten Lebensmittel und den Umgang mit ihnen tragen vollumfänglich die Foodsaver. Wir haben mit dem Potsdamer Team vom Foodsharing zwei feste Wochentermine für die Abholung vereinbart. Für diese Termine halten wir die übriggebliebenen Lebensmittelreste in lebensmittelechten Transportbehältern gekühlt vor. Sollte darüber hinaus mal etwas spontan anfallen, können wir uns bei dem Team auch jederzeit telefonisch melden und eine Sonderabholung vereinbaren.

Mit den jetzigen Erfahrungswerten – wo liegt der Nutzen?

Ganz einfach – es landet in der Tat weniger in der Tonne. Und natürlich gibt es einem darüber hinaus noch das gute Gefühl einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass Lebensmittel wirklich ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend verwendet werden – nämlich Menschen satt und zufrieden zu machen. Und wir bekommen ab und an auch unerwartetes Feedback von den Foodsavern, wie „ich wusste gar nicht, dass Kantinenessen so lecker sein kann“.

Weitere Informationen zum Thema Foodsharing finden Sie hier:
foodsharing.de
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