Damit steht und fällt es – der Verpflegungsausschuss!

Verpflegungsausschusss und Verpflegungskonzepte

Was ist ein Verpflegungskonzept?

Wer heute in einer Kita oder Schule eine Verpflegung anbieten muss, steht regelmäßig vor einer herausfordernden und komplexen Aufgabe. Mit dem jeweiligen Verpflegungskonzept bezieht die Einrichtung Position. Sie definiert, worauf es ihr bei der Verpflegung ankommt, welche Ziele sie dabei verfolgt und wie sie sie umsetzt und überprüft.

Kurz zusammengefasst, beantwortet ein vollständiges Vwerpflegungskonzept die Frage: „Wer wird wann wo und wie verpflegt?“.

Etablierung eines Verpflegungsausschusses

 

Um die Interessen aller an der Verpflegung interessierten Personen zu berücksichtigen, ist es notwendig, in Schulen und Kitas einen Verpflegungsausschuss zu gründen und dauerhaft zu etablieren. Nach der Ausschreibung der aktuellen Verpflegungsleistungen sollte der Verpflegungsausschuss in regelmäßigen Abständen als Teil des Qualitätsmanagements und als Teil der Qualitätssicherung fungieren.

Die Zusammensetzung des Verpflegungsausschusses richtet sich nach den Gegebenheiten in der jeweiligen Einrichtung, wobei die Teilnehmer frei gewählt werden können. Idealerweise setzt sich der Verpflegungsausschuss aus Vertreter*innen aller beteiligter Interessensgruppen zusammen. Wichtig ist hierbei, dass alle Vertreter*innen dasselbe Stimmrecht haben.

 

Üblicherweise setzen sich die Teilnehmer*innen des Verpflegungsausschusses zusammen aus:

 

  • Vertreter*innen der Einrichtungsleitung
  • Vertreter*innen der Lehrer und des schulpädagogischen Personals
  • Elternvertreter*innen
  • Schülervertreter*innen
  • Für die organisatorischen Belange zuständige Personen (beispielsweise bezüglich Logistik, Schließdienst, Reinigungspersonal)Schul- bzw. Kitaträger

 

Je nach Themen- oder Problemstellung können Experten hinzugezogen werden:

 

  • Vertreter*innen der Vernetzungsstelle Brandenburg
  • Qualifizierte Ernährungsexperten
  • Küchenplaner*innen
  • Vertreter*innen von Zulieferern
  • Vertreter*innen der Kita- bzw. Schulträger (falls nicht schon Mitglied  es Schulverpflegungsausschusses)
  • Vertreter*innen anderer Verwaltungsbehörden, die mit den Einrichtungen zusammenarbeiten
  • Vertreter*innen der für Lebensmittelsicherheit/-überwachung und Hygienefragen zuständigen Ämter
  • Essensanbieter

Bei den regelmäßigen Treffen des Verpflegungsausschusses sind Tagesordnungen und Protokolle wichtige Hilfsmittel, die den Prozess für alle Beteiligten transparent gestalten können und als Teil das Qualitätsmanagement wichtige Aspekte der Zufriedenheit und Verbesserungsansätze dokumentieren. Der aktuelle Informationsstand der beteiligten Interessensvertreter, getroffenen Entscheidungen und Begründungen lassen sich so im Rahmen der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung dokumentieren.

Die Ist-Analyse ist ein wichtiger Schritt vor der Ausschreibung einer neuen Verpflegungsleistung. Mit Hilfe der Ist-Analyse bestimmt der Verpflegungsausschuss gemeinsam mit dem Träger die Ist-Situation der Verpflegung in der jeweiligen Einrichtung. Die Analyse liefert wichtige Informationen hinsichtlich der aktuellen Verpflegungssituation, bestehender Schwächen und Verbesserungspotentiale für eine zukünftige Verpflegungsangebote. Sie dient als Basis für die folgenden Entscheidungsprozesse.

 

Relevante Aspekte sind:

 

  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Kita- oder Schulgesetz, Erlasse, Verordnungen, Ausführungsvorschriften zu Verpflegungsangeboten, Regelungen zum Ganztagsangebot, Hortregelungen
  • Aktuelle Marktsituation: Anbieter, bestehende Vertragsverhältnisse im regionalen Umfeld, Küchenstandorte, Kooperationsmöglichkeiten, Einkaufsverbundmöglichkeiten
  • Raumsituation und Raumplanungen in der jeweiligen Einrichtung
  • Aktuelle und für die kommenden Jahre angestrebte Anzahl an Essensteilnehmer*innen
  • Aktuelle Zahl an Tischgästen und Prognose für die kommenden Jahre
  • Derzeitige Preise und Kostenbeteiligung durch den Träger oder ggf. andere Institutionen
  • Unterstützungssysteme für sozioökonomisch schlechter Gestellte Personen: Bildungs- und Teilhabeleistungen, Sozialfonds,
  • Schulorganisatorische Rahmenbedingungen: Pausendauer, Rhythmisierung, Busankunfts- und -abfahrtszeiten, bestehende Verpflegungsprozesse in der jeweiligen Einrichtung

Die Ist-Analyse dient zudem dazu, alle an der Verpflegung beteiligten Entscheidungsträger zu identifizieren und gegebenenfalls bestehende Lücken zu schließen. Idealweise entsteht im Laufe der Ist-Analyse ein Überblicksdokument mit allen am Verpflegungsprozess beteiligten Entscheidungsträger und Finanzierungsbeteiligten.

 

Die Ist-Analyse dient im weiteren Verlauf zur Formulierung der Zielvorgaben für die auszuschreibenden Verpflegungsleistungen und der Erstellung des Verpflegungskonzepts.

Das Verpflegungskonzept

 

■ fasst sämtliche Rahmenbedingungen der Kita- und Schulverpflegung in den Einrichtungen zusammen,
■ liefert die Fakten für die anstehende Erstellung  der Ausschreibung,
■ ist die Basis für weitere finanzielle Entscheidungen,
■ dient als Vorlage für politische Entscheidungen in den relevanten Gremien,
■ bringt die unterschiedlichen Akteure an einen Tisch und
■ informiert über das Verpflegungsangebot in den Einrichtungen des Trägers.

 

Die Erstellung eines Verpflegungskonzepts bietet die Möglichkeit sich umfassend mit der bestehenden und der zukünftigen Verpflegung in den Einrichtungen des Trägers auseinanderzusetzen. Dabei nimmt die Erarbeitung des Konzepts einige Zeit in Anspruch nehmen, doch die Arbeit lohnt sich.
Je konkreter die Verpflegungsqualität definiert wird, umso einfacher gestaltet sich später die Erstellung der Ausschreibung.

Wurden die Rahmenbedingungen der Verpflegung bereits festgelegt, können Textbausteine des Verpflegungskonzepts direkt für die Leistungsbeschreibung in der Ausschreibung genutzt. Außerdem dient das Verpflegungskonzept zur Außendarstellung der Verpflegung in der Kommune. Die Qualitätssicherung der Verpflegung wird mit Hilfe des Verpflegungskonzepts ebenso umsetzbar, wie die Weiterentwicklung der Verpflegungsqualität in den kommenden Jahren.

 

Welche Inhalte müssen in einem Verpflegungskonzept auftauchen?

 

Starre Vorgaben für die Ausgestaltung des Verpflegungskonzepts gibt es nicht. Jede Einrichtung sollte eigenständig und gemäß den jeweiligen Bedürfnissen ein entsprechendes Konzept erstellen. Idealerweise werden sämtliche Interessensgruppen (beispielsweise die Mitglieder des Verpflegungsausschusses) in den Erstellungsprozess des Verpflegungskonzepts eingebunden.

 

Das Verpflegungskonzept dient dabei als Dokumentation der Werteorientierung der jeweiligen Einrichtung nach außen und nach innen. Festgelegt wird, welche Qualitäten den Interessengruppen wichtig sind und unter welchen Rahmenbedingungen die Verpflegung in der Einrichtung gestaltet werden soll. Dabei sollen die Bedürfnisse der Kinder/Schüler*innen zusammen mit einer bedarfsorientierten, gesundheitsfördernden und nachhaltigen Verpflegung im Mittelpunkt stehen.

 

Das fertige Verpflegungskonzept ist kein statisches Dokument. Es muss regelmäßig gemeinsam mit allen Verantwortlichen überprüft und überlegt werden, ob das vorliegende Verpflegungskonzept noch den Bedarfen vor Ort entspricht. Als wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung muss hier gegebenenfalls nachgesteuert werden, um der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung nachzukommen.

Erstellung  eines Verpflegungskonzepts

 

Im Rahmen des Verpflegungsausschusses wurden die Ziele der zukünftigen Verpflegung definiert und gemeinsam zukünftige Qualitätsanforderungen festgelegt. Die erarbeiteten Punkte gilt es nun in ein Verpflegungskonzept zu überführen.

 

Die Erstellung eines Verpflegungskonzepts nimmt erfahrungsgemäß viel Zeit in Anspruch und sollte bereits in der Planung entsprechend berücksichtigt werden.

Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sind rechtzeitig festzulegen und auf mehrere Schultern zu verteilen.

 

Die Textbausteine für das Verpflegungskonzept können, je nach Themenbereich, von den jeweiligen Experten aus den Fachabteilungen und/oder den Mitgliedern des Verpflegungsausschusses verfasst werden. Beachten Sie bei den Formulierungen der Texte, dass das Verpflegungskonzept gegebenenfalls auch veröffentlicht werden müssen. Nicht alle Leser werden aus dem Bereich der Verwaltung kommen.

 

Das Konzept ist so zu formulieren, dass es bereits den geplanten Soll-Zustand darstellt. Formulierungen, wie „zukünftig“, „später“ oder „irgendwann“ führen schnell zu Verwirrungen. Der Text ist so zu formulieren, als sei der Soll-Zustand bereits eingetreten: „Das Essen wird durch die Kinder/Schüler*innen in der Tischgemeinschaft eingenommen“. Parallel ist zur Umsetzung des Konzepts ein Zeitplan zu erstellen.

Wie könnte das Verpflegungskonzept aussehen?

 

Die Inhalte des Verpflegungskonzepts beruhen auf den Daten der Ist-Analyse sowie auf dem definierten Soll-Zustand der Verpflegung.

 

  1. Leitgedanken/Einleitung

Einleitend beschreibt die Einrichtung, welche Ziele sie im Ernährungsbereich verfolgt und welche übergeordneten Themen ihr dabei wichtig sind.

  • Merkmale der Einrichtung und der Essensteilnehmer*innen (z.B. Altersstruktur, kultureller Hintergrund)
  • Definition der Verpflegungsziele, z. B.:
    • Berücksichtigung von besonderen Ernährungsbedarfen oder -gewohnheiten
    • Angebot einer nachhaltigen Verpflegung
  • Soziale und pädagogische Aspekte: z.B. Wohlfühlatmosphäre schaffen, Beteiligung ermöglichen, Ernährungswissen vermitteln und günstige Essensgewohnheiten einüben

 

  1. Ressourcen

Jetzt geht es um Fakten:

  • Wie viele Menschen essen in der Einrichtung?
  • Wer arbeitet im Verpflegungsbereich, wer kümmert sich um die Ausgabe?
  • Welche Qualifikationen bringen die Beschäftigten mit?
  • Welche Räume mit welcher Größe stehen für die Verpflegung zur Verfügung?

 

  1. Umsetzung

Hier erläutert die Einrichtung, wie sie die in den Leitgedanken formulierten Verpflegungsziele mit den vorhandenen Ressourcen umsetzt.

 

Unter anderem können hier folgende Aspekte beschrieben werden:

  • Ernährungsstandard/Lebensmittelqualität: Auf welcher Grundlage erfolgt die Essens- und Getränkeauswahl? (z.B. gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Qualitätsstandards (DGE), regionale, saisonale, ökologische Produkte)
  • Verpflegungssystem: Wo werden die Speisen zubereitet? In welche Form werden sie ggf. angeliefert und wie werden sie verzehrfertig gemacht?
  • Kostformen: Welche Ernährungsformen stehen zur Wahl? (z.B. Normalkost und alternative Kost: vegetarisch, nach religiösen Vorgaben, bei bestehenden Allergien und Unverträglichkeiten)
  • Essenszeiten: Innerhalb welcher Zeitfenster können die Kinder/Schüler*innen die Mahlzeiten zu sich nehmen?
  • Essenssituation: Wie und wo essen die Kinder/Jugendlichen? Erhalten sie ihre Mahlzeit am Tisch? Bedienen sie sich nach Bedarf an einem Büffet und suchen sich einem Sitzplatz im Speiseraum?
  • Atmosphäre: Wie sind die Essensräume gestaltet? Wie verhalten sich die Personen, die das Essen begleiten, die es austeilen und servieren? Gibt es Rituale, die mit der Essenssituation verbunden sind?

 

  1. Pädagogisches Konzept
  • Ernährungsbildung: Geschmacksentwicklung, Lern- und Bildungsanlässe
  • Zusammenarbeit mit den Eltern: Erziehungspartnerschaft rund um das Kita-Essen, Anmeldegespräch, Kommunikation zum Speiseplan, Dialog mit den Eltern rund um die Ernährung, Elternveranstaltungen zum Thema Ernährung, Beteiligung von Eltern
  • Partizipation der Kinder an der Verpflegung: Wie können die Essensteilnehmer*innenggf. an der Erstellung des Speiseplans mitwirken? Gibt es für sie die Möglichkeit, sich an der Zubereitung von Mahlzeiten zu beteiligen?
  • Kommunikation zum Verpflegungskonzept: Wie erfahren die Kinder/Schüler/Eltern/Personensorgeberechtigten vom Verpflegungskonzept und den aktuellen Speiseplänen? (z.B. Infoboard, Handzettel, Website)
  1. Hygienekonzept
  • Rechtliche Bestimmungen zur Hygiene
  • Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen
  • Hygiene bei pädagogischen Aktionen
  • Eltern bringen Speisen in die Kita/Schule mit

 

  1. Qualitätssicherung

Damit die Umsetzung gelingt und die definierten Ziele erreicht werden, ist es sinnvoll, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Entwicklung in das Verpflegungskonzept aufzunehmen.

 

Folgende Punkte ließen sich in diesem Zusammenhang festlegen:

  • Verantwortlichkeiten: Wer trägt die Gesamtverantwortung für die Qualität im Verpflegungsbereich? Welche Personen sind jeweils für Teilbereiche zuständig?
  • Feedback: Wie werden Rückmeldungen von Essensgästen ermöglicht? (z.B. Feedbackbögen, Befragungen)
  • Selbsteinschätzung: Welche Möglichkeiten gibt es für die Selbstreflexion im Team? Wie können Beschäftigte Ideen einbringen?
  • Fortbildung: In welchem Turnus besucht wer welche Fortbildung? Wie wird ein Wissenstransfer im Team realisiert?
  • Überprüfung: Wie überprüft die Organisation die Qualität der Speisen und die Umsetzung des Verpflegungskonzepts? (z.B. HACCP-Konzept, externe Audits)
  • Weiterentwicklung: Welche Personen, Gremien und Prozesse stellen sicher, dass Feedback bearbeitet sowie Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden?
  • Reklamationen und Beschwerden: Wie wird mit Reklamationen/Beschwerden umgegangen? Welche Kommunikationswege sind vorhanden und wie werden sie dokumentiert?


Die verschiedenen Institutionen, die Sichtweisen der Beteiligten und Anforderungen an die Verpflegung unterscheiden sich stark. Entsprechend individuell sind die Konzepte, die die Einrichtungen entwickeln.

Qualitätssicherung einbringen

 

Denken Sie auch frühzeitig an die Qualitätssicherung des Verpflegungskonzeptes. Überlegen Sie, wie diese durchgeführt werden kann. Regelmäßige Treffen des Runden Tisches sowie Speiseplan-Checks sind wichtige Maßnahmen der Qualitätssicherung. Sie können diese auch auf Einrichtungsebene durchführen und so individuelle Bedarfe vor Ort klären.

 

Um zu prüfen, ob Ihre definierten Qualitätsanforderungen an die Verpflegung später auch umgesetzt werden können, führen Sie eine Markterkundung durch. Dabei legen Sie die definierte Soll-Verpflegung als Kriterien fest.

 

Tipp: Nehmen Sie vorhandene (pädagogische) Konzepte einzelner Einrichtungen zur Orientierung. Was dort bereits festgelegt ist, braucht evtl. nicht mehr in das Verpflegungskonzept aufgenommen werden.

Verantwortungsbereiche und Mitwirkende festlegen

 

Träger von Kitas und Schulen sollten immer breit sein, ein Verpflegungskonzept zu erstellen, zu pflegen und damit der Kita- und Schulverpflegung einen hohen Stellenwert einzuräumen.

Mit dem Verpflegungskonzept wird das Ziel verfolgt, einen gemeinsamen Qualitätsstandard der Verpflegung für alle Einrichtungen zu finden. Dies ist unabhängig von Art und Anzahl Ihrer Einrichtungen in der Kommune.

 

Zu Beginn des Prozesses der Erstellung eines Verpflegungskonzepte, werden Mitarbeiter gesucht, die bei der Arbeit zur Erstellung unterstützt zuarbeiten. Zuerst sollte in einem kleineren Kreis (z. B. in der Verwaltung des Trägers) überlegen werden, welche Daten für die Erstellung des Verpflegungskonzepts erfassen werden sollen und welcher Personengruppen dabei einbezogen werden muss.

 

Am Anfang ist zu klären, wer welche Aufgaben übernehmen wird.  Häufig ist für die Organisation der Verpflegung nicht nur ein einzelner Fachbereich bzw. eine Abteilung allein zuständig, sondern eine Vielzahl von Abteilungen arbeiten gemeinsam zusammen.

 

Erste Abstimmungsgespräche

 

Bevor entschieden wird, dass ein Verpflegungskonzept für die Einrichtungen erarbeitet werden wird, ist ein Abstimmungsgespräch innerhalb der Verwaltung zu führen, um Entscheidungsträger (z. B. Bürgermeister*innen oder Abteilungsleitung*innen/Dezernatsleitungen) schon frühzeitig am Prozess zu beteiligen.

 

Die Finanzierungsaspekte werden bei der Erarbeitung des Verpflegungskonzepts eine wichtige Rolle spielen, wenn Veränderungen anstehen, z. B. bei den Abrechnungsverfahren oder wenn verpflegungsbedingte Anschaffungen zu leisten sind. Die Entscheidungsträger sind über jedes Treffen zu informieren und und ggf. wird ihnen die Möglichkeit gegeben an den Treffen teilzunehmen.

 

Bei dem ersten Abstimmungsgespräch wird über das Vorhaben „Verpflegungskonzept“ informiert, es zeigt den Sinn und den Nutzen eines solchen Konzepts auf und überzeugen die Entscheidungsträger.

 

Empfohlen wird für das Abstimmungsgespräch folgende Personen einzuladen:

 

  • Bürgermeister*innen oder Beigeordnete
  • Abteilungsleiter*innen
  • Verwaltungsmitarbeiter*innen
  • Vertreter*innen der Fachämter

 

Das Abstimmungsgesprächs dient zur Klärung folgender Punkt:

 

  • Ziele des Verpflegungskonzepts definieren
  • Bewusstsein für das gemeinsame Ziel schaffen
  • Vertrauen zwischen den Beteiligten aufbauen
  • Arbeitsaufwand aufzeigen und Aufgaben zwischen den Beteiligten verteilen
  • Hauptverantwortliche Person bestimmen
  • Termine absprechen, Zeitschiene festlegen
  • Notwendigkeit einer externen Beratung klären und ggf. Finanzierung festlegen

 

Bei dem ersten Treffen ist die Hauptverantwortlichkeit festzulegen.

 

Die Aufgaben des Hauptverantwortlichen umfassen unter anderem:

 

  • Zusammenführen, Vermittlung, Koordination der Beteiligten
  • Zeitplanung und Organisation der Treffen (sowie Vor- und Nachbereitung)
  • Federführung bei der Durchführung der Ist-Analyse
  • Organisation der Zusammenarbeit der Fachämter bei der Entwicklung des Verpflegungskonzepts
  • Koordination der Texterstellung des Verpflegungskonzepts
  • Öffentlichkeitsarbeit

 

Häufig wurde in der Vergangenheit kein Verpflegungskonzept erstellt oder es wurden nicht alle Beteiligten richtig eingebunden. Oft hilft es im ersten Schritt alle offenen Punkte zu sammeln und zu klären bevor die eigentliche Arbeit begonnen werden kann. Alle offenen Punkte werden dokumentiert und geklärt.

Manchmal kann es sinnvoll sein ein zweites Abstimmungsgespräch in kleinem Kreis zu vereinbaren, wenn die grundlegenden Informationen noch nicht vorliegen.

 

Der nächste Schritt ist die Festlegung der Kommunalen Zielsetzung durch den Träger.

 

Folgende Fragen können dabei helfen:

 

  • Welche Ziele sollen mit dem Verpflegungskonzept verfolgt werden?
  • Welchen Stellenwert hat die Kita- und Schulverpflegung in der Kommune?
  • Wie stehen die Eltern/Personenerziehungsberechtigte zur Kita- und Schulverpflegung?
  • In welchem Umfang wird oder kann die Kita- und Schulverpflegung subventioniert werden?

 

Beispiele für Ziele nach Themenbereichen

 

 

Soziale Ziele

  • Sollen alle Kinder und Jugendlichen mitessen dürfen?
  • Sollen auch Kinder, deren Essen nicht bezahlt wurde, mitessen dürfen?
  • Wie werden die BuT-Leistungen berücksichtigt?
  • Nachhaltigkeitsziele
  • Werden biologisch/ökologische produzierte Lebensmittel und daraus produzierte Gerichte angeboten?
  • Werden saisonale Lebensmittel berücksichtigt?
  • Welche weiteren Nachhaltigkeitsaspekte werden beachtet, z. B. Reduktion von Verpackungen und Müll, Einsatz energieeffiziente Produktion und Zubereitungsverfahren, klimaneutraler Transport – soweit vergaberechtlich zulässig?

Ökonomische Ziele

 

  • Sollen Bestell- und Abrechnungssysteme optimiert werden (z. B. Abrechnung zukünftig unabhängig von der Verwaltung)?
  • Ist eine Bündelung der Bedarfe möglich, insbesondere bei geplanten Investitionen?

 

Kulturelle Ziele

 

  • Werden religiöse Speisevorschriften beachtet?
  • Wird Schweinefleisch eine Alternative angeboten?
  • Welche Rolle spielt die Esskultur (z. B. Essen mit Messer und Gabel, Tischdecken, Gespräche)?

 

Politische Ziele

 

  • Sollen bestimmte politische Aspekte, wie Bio-Regional oder Fairtrade, berücksichtigt werden?
  • Welchen Stellenwert hat die Verpflegung in den politischen Gremien?

 

Pädagogische Ziele

 

  • Nehmen pädagogische Fachkräfte am Mittagessen teil?
  • Müssen Betreuungszeiten und -kräfte für die Mahlzeiten angepasst werden?
  • Wie wird Ernährungsbildung eingebunden?

 

Bei der Zielformulierung sollte der Stellenwert der Verpflegungsqualität in Kitas und Schulen besonders herausgearbeitet werden. Es ist zu klären, wie die Beteiligten zur Kita- und Schulverpflegung stehen. Wenn viel Kritik an der Verpflegung geäußert wird, ist nun die Möglichkeit, durch die Erstellung des Verpflegungskonzepts Verbesserungen einzuleiten. Sollte die Kita- und Schulverpflegung bereits einen hohen Stellenwert haben, bietet das Verpflegungskonzept die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.

 

Die Qualitätsdefinition im Rahmen des Verpflegungskonzepts kann dazu dienen, die Verpflegung in diesen Punkten zu optimieren.

 

Die Ziele sollten Thema beim zukünftigen Verpflegungsausschusses sein und auch von diesem Arbeitskreis mitgetragen werden.

 

Die zukünftigen Termine sollten vorausgeplant werden und den Beteiligten sollte ein Zeitplan zur Verfügung gestellt werden. Für den gesamten Prozess der Erstellung des Verpflegungskonzepts ist ein Zeitrahmen von etwa 12 Monate mit mindestens 6 Treffen einzuplanen.

 

Zwischen den Treffen wir vor- und nachbereitet, offene Punkte geklärt und kontinuierlich am Verpflegungskonzept gearbeitet.

 

Der Arbeitsumfang richtet sich nach der Anzahl der Einrichtungen, den vorhandenen Daten, der Erfahrung der beteiligten Personen sowie den Abstimmungsprozessen mit den politischen Gremien.

 

Die Fertigstellung des Verpflegungskonzepts sollte so geplant werden, dass das Verpflegungskonzept direkt für die nächste Leistungsbeschreibung bzw. Ausschreibung verwendet werden kann.

 

Dabei gilt je mehr Aufgaben in der Verpflegung in Eigenbewirtschaftung der Kommune umsetzen wird (eigenes Ausgabepersonal, eigene Hauswirtschaftskräfte), umso leichter kann Einfluss auf die Verpflegungsqualität genommen werden.

 

Wichtige Punkte:

 

  • Wurden alle Einrichtungen berücksichtigt?
  • Sollen nicht kommunale Einrichtungen berücksichtigt werden? z.B. von privaten Trägern oder kirchliche Einrichtungen.
  • Wurden die Ziele realistisch festgelegt? Im Verpflegungskonzept sind kurz und mittelfristige Ziele zu fixieren.
  • Ist der Zeitrahmen realistisch geplant worden? Ist zu wenig zeit eingeplant worden, ist das Verpflegungskonzept häufig nicht ausreichend durchdacht.
  • Sind die Verantwortlichkeiten und Aufgaben gut verteilt und ausreichend Verbindlichkeiten festgelegt?

 

Es ist empfehlenswert, bereits zu Beginn darüber nachzudenken, wer das Verpflegungskonzept formulieren soll. Die reine Textarbeit nimmt viel Zeit in Anspruch und muss in der Regel zusätzlich zu den allgemeinen Verwaltungsaufgaben erledigt werden. Daher ist es sinnvoll, die Texterstellung auf verschiedene Mitarbeiter zu verteilen und die verschiedenen Themenpunkte einzelnen Personen zuzuordnen.

 

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass für die reine Schreibarbeit ein bis zwei Wochen eingeplant werden sollten. Die genaue Zeitbedarf richtet sich u.a. nach der Anzahl der Einrichtungen, Komplexität in den Einrichtungen vor Ort, den Vorarbeiten sowie der Erfahrungen der Mitarbeiter.

 

Es empfiehlt sich die Ziele des Verpflegungskonzepts von Beginn an klar zu kommunizieren, dies beugt Vorbehalte, Ängste und Konflikte vor. Der hohe Aufwand für die Erstellung des Konzepts und die Umsetzung der Veränderungen werden die Arbeit in der Kommune zum Thema Verpflegung insgesamt erleichtern und die Verpflegungsqualität verbessern. Dabei sollte betont werden, dass bewährte Abläuf nicht verändert werden sollen.

 

Informationen sollten generell schriftlich dokumentiert werden, um die Qualitätssicherung zu gewährleisten. Grundsätzlich bieten Veränderungen immer die Chance mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen und zukunftsfähige Lösungen zu finden.

 

Sollte sich zu Beginn des Prozesses zeigen, dass eine externe Beratung benötigt wird, besteht die Möglichkeit verschiedene freie Berater*innen im Rahmen der Erstellung des Verpflegungskonzepts einzubinden. Zum Beispiel als Moderator*innen bei den Arbeitskreisen, Verpflegungsausschusses oder bei der kompletten Erstellung des Verpflegungskonzepts.

 

Externe Berater*innen haben oft einen positiven Einfluss für den Ablauf solcher Prozesse erwiesen.

 

Zudem bringen Berater*innen fachliches Knowhow und einen Blick von außen mit. Die Kosten für eine begleitende Beratung sollten zu Beginn bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.

IST-ANALYSE

 

Um ein Verpflegungskonzept erfolgreich erstellen zu können, müssen zuerst die vorhandenen Rahmenbedingungen und die Daten der Einrichtung erhoben werden. Im ersten Schritt ist der Ist-Zustand der Verpflegung zu erfassen, um dann die benötigten Daten für das Verpflegungskonzept herausfiltern zu können.

 

Die Erhebung der Ist-Situation kann über eine Befragung mit einem Fragebogen in den Einrichtungen erfolgen und im Schulbereich kann eine Zufriedenheitsabfrage über das Online-Tool UnserSchulessen erfolgen. Die Leitungen der Einrichtungen sammeln die Daten und melden sie an den Träger zurück. Alternativ kann eine Datenerhebung vor Ort in den Einrichtungen erfolgen. Eigene vorhandene Dokumente (z. B. Listen, Tabellen) aus der Qualitätssicherung, dem Qualitätsmanagement und dem Beschwerdemanagement sind in die Ist-Analyse einzubeziehen.

 

Sollte noch keine Datenmanagement vorhanden sein, besteht jetzt die Möglichkeit der Etablierung.

 

Finanzierung klären

 

Zur Qualitätssicherung des Verpflegungsangebots gehört der finanzielle Rahmen.

  • Welche Kosten (Arbeitsaufwand) fallen in der Verwaltung an?
  • Wann oder wie muss die Verpflegung ausgeschrieben werden?

 

Außerdem sollten Sie die folgenden Punkte bedenken und bei der weiteren Planung berücksichtigen:

  • Eigen- oder Fremdbewirtschaftung
  • Haushaltsplanungen (Jahreshaushalt, Doppelhaushalt, Vertragsdauer)
  • Einkaufspreise
  • Abgabepreise für die Mahlzeiten
  • Kosten (Investitionskosten, laufende Kosten, Folgekosten)
  • Subventionierung (direkt/indirekt)

 

Beispiele für zu bedenkende Kosten:

 

  • Fixe Kosten
  • Küchen- und Inventarausstattung
  • Personalkosten
  • Schulungskosten für Personal
  • Versicherungen
  • Miete
  • Zinsen
  • Variable Kosten
  • Wareneinsatz
  • Betriebskosten (Strom, Wasser, etc.)

 

 Bespiele für zu bedenkende Folgekosten:

 

  • Reparaturkosten
  • Wartungs- und Instanthaltungskosten
  •  

Zu berücksichtigen sind die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in der Kita- oder Schulverpflegung:

  • Kita oder Schule
  • Primar- oder Sekundarstufe
  • Anzahl der Mittagsmahlzeiten je Einrichtung
  • Frühstück und/oder Vesper
  • Verpflegungssystem
  • Anzahl an Mittagsmahlzeiten je Verpflegungssystem sowie
  • Anzahl Verköstigungstage (ohne Ferienverpflegung)

 

Eine Orientierung zur Berechnung der Kosten kann der Studie zur Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS) oder der Studie„Isst Kita gut?“ entnommen werden.

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/gv/BMEL-Schulverpflegung-KuPS-Studie.pdf

https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/GP_Isst_Kita_gut.pdf

 

Eine Orientierung zum Abgabepreis von Mahlzeiten bietet Sozialversicherungsentgeltverordnung (SVEV).

https://www.gesetze-im-internet.de/svev/

 

 

Ist-Analyse durchführen

 

Die Ist-Analyse erhebt den aktuellen Stand der Verpflegung. Dabei wird der aktuelle Stand durch Befragung der Einrichtungen und/oder Caterer erhoben.

 

Um sich einen möglichst guten Eindruck über die Verpflegungssituation zu bekommen sollten folgende Punkte bei der Analyse der Verpflegungsqualität berücksichtigt werden:

 

  • Zielgruppen und Zielsetzungen
  • Art der Einrichtungen und Betreuung
  • Kinder- bzw. Schülerzahlen aktuell und zukünftig
  • Öffnungszeiten bzw. -tage inkl. Ganztagsbetreuung sowie Ferienbetreuung und Betreuung während Schließzeiten
  • Zwischenverpflegung
  • Angebote an Verpflegung und Getränken
  • Anforderungen an die Qualität der Verpflegung
  • Bewirtschaftungssysteme
  • Logistik
  • Produktionskonzepte
  • Speiseplangestaltungen
  • Raumkonzepte
  • Ausstattung der Küchen
  • Personalkonzepte
  • Aus- und Rückgabesysteme
  • Bestell- und Abrechnungswesen
  • Qualitätssicherungskonzepte
  • Abgabepreise aktuell und zukünftig
  • Pädagogische Konzepte

 

 Auswertung des Ist-Zustandes

 

Nach der Ist-Analyse erfolgt die Auswertung der erhobenen Daten, um die Arbeitsgrundlage für den gemeinsamen Verpflegungsausschusses zu schaffen.

 

Idealerweise werden zunächst Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Einrichtungen gefiltert werden. Hier bietet sich die erste Möglichkeit zu klären, ob die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Einrichtungen zu Effizienzsteigerung und zur Optimierung der Abläufe vereinheitlicht werden können und sollen.

 

Wie bereits erwähnt dient das Verpflegungskonzept dazu, die Verpflegungsqualität in den Einrichtungen anzugleichen und kontinuierlich zu verbessern. Wie die Qualität der Verpflegung (zukünftig) konkret aussehen soll, wir im Verpflegungsausschuss mit allen Beteiligten diskutiert.

 

Die erfassten Daten sind so vorzubereiten, dass im Verpflegungsausschuss effizient gearbeitet werden kann und auch themenfremde Personen die Ist-Situation gut nachvollziehen können. Im Qualitätsmanagement hat sich dazu die Datenaufbereitung in Tabellenform bewährt. Die Ergebnisse des Verpflegungsausschusses können im Folgenden direkt in die Tabelle eingetragen und dadurch dokumentiert werden.

 

Wichtige Schritte bei der Auswertung der Ist-Situation:

 

  • Daten zur bestehenden Verpflegungssituation übersichtlich und verständliche erfassen
  • Alle erforderlichen organisatorischen Rahmenbedingungen klären
  • Ist-Situation für den Verpflegungsausschuss aufbereiten
  • Soll-Zustand, geplante Veränderungen und Grenzen vorüberlegen

Ist-Situation

 

Der Verpflegungsausschuss ist die zentrale Arbeitsgruppe bei der Erarbeitung eines Verpflegungskonzepts. Alle Beteiligten an der Verpflegung sollen hier zusammenkommen und über die Qualität des Essens entscheiden.  Oftmals bestehen große Differenzen bei den Vorstellungen über eine gute Verpflegung (Kinder/Schüler vs. Eltern vs. Träger vs. Verpflegungsanbieter). Im Rahmen des Verpflegungsausschusses wird ein gemeinsames Bewusstsein für die Kita- und Schulverpflegung geschaffen und der Austausch zwischen den Beteiligten ermöglicht. Je mehr die Beteiligte sich einbringen, desto besser wird später die Akzeptanz und der Umgang mit dem Verpflegungskonzept sein. 

 

Jede Kommune entscheidet individuell welche Personengruppe eingeladen werden sollen.

 

Wird die Verpflegung in Eigenbewirtschaftung mit eigenem Personal betrieben, sind Koch- und Hauswirtschaftskräfte auf jeden Fall in den Verpflegungsausschuss einzubeziehen. Externe Anbieter (Caterer / Fremdbewirtschaftung / Belieferung) sind nicht am Verpflegungsausschuss zu beteiligten.

 

Um Verständnis für den Stellenwert der Verpflegung unter politischen Vertretern zu schaffen, kann es sinnvoll sein eine Teilnahme der Vertreter*innen anzubieten.

 

Um den Verpflegungsausschuss nicht zu groß zu gestalten empfiehlt es sich, je einen Verpflegungsausschuss für Kita und Schule zu schaffen. Mehr als 20 Personen sollten nicht regelmäßig an den Treffen des Verpflegungsausschusses teilnehmen. Für die Teilnehmer*innen ist ein Verteiler zu erstellen, um Einladungen und Unterlagen einfach und zeitnah an alle Personen verschicken zu können.

 

Mit der Einladung ist immer eine Tagesordnung zu verschicken. Kurz vor dem Termin wir eine Erinnerung verschickt. Der Versand erfolgt per Email oder alternativ per Post.

 

Eine gute Vorbereitung, die Aufarbeitung vorheriger Ergebnisse und der Ist-Analyse in Präsentationsform (z.B. Power-Point, als Handout) erleichtern die gemeinsame Zusammenarbeit. Die Teilnehmer*innen sind vor Arbeitsbeginn abzuholen, in das Thema einzuführen und die Chancen aufzuzeigen.

 

Zu Beginn wird dem Verpflegungsausschuss erläutert welche Abstimmungen in der Verwaltung bereits stattgefunden haben und welche maximalen Rahmenbedingungen von Verwaltungsseite ermittelt wurden. Ziel ist es, auf möglicherweise unrealistische Erwartungen der Teilnehmer am Anfang einzugehen.

 

Werden die Einrichtungen in Eigenbewirtschaftung bekocht, sollte immer auch auf die Verantwortlichkeiten und die Haftung bei Problemen hingewiesen werden. Das Personal sollte explizit sensibilisiert werden.

 

Externe Anbieter (Fremdbewirtschaftung, Caterer, Belieferung) sind im Rahmen der Qualitätssicherung regelmäßig zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren und dienen bei der nächsten Ausschreibung als Teil der Datengrundlage. Dazu zählen auch Ergebnisse aus dem Beschwerdemanagement und aus Zufriedenheitsumfragen, deren Ergebnisse im Verpflegungsausschuss besprochen werden sollten, um Verbesserungen anzustoßen.

 

Manchmal kann es sinnvoll sein eine neutrale und außenstehende Moderation für den Verpflegungsausschuss zu organisieren. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn kritische Veränderungsprozesse moderiert werden müssen, bei denen unterschiedliche Erwartungen zusammengeführt werden müssen. Die Moderation dient der Diskussionslenkung und sorgt dafür das alle beteiligten Personen zu Wort kommen können.

 

Die Diskussionen sollten protokolliert werden und es sollte ein Ergebnisprotokoll über getroffenen Entscheidungen erstellt, dokumentiert und an die Teilnehmer*innen verschickt werden. Dies erleichtert im Nachgang auch die Erstellung des Verpflegungskonzepts.

 

 

Definition des zukünftigen Solls

 

Nach der Vorstellung der Ist-Situation kann im Verpflegungsausschuss mit der mit der Diskussion des zukünftigen Solls beginnen. Die Verwaltung muss jetzt bereits wissen, welche definierte Verpflegungsqualität in den Einrichtungen zukünftig als Standard umgesetzt werden soll und welche Unterschiede in den jeweiligen Einrichtungen aufgrund gegebener Rahmenbedingungen bestehen bleiben werden. 

 

Oft erleichtert eine zu Beginn stattfindende Abfrage von Wünschen und Erwartungen zum Stichwort „Verpflegungskonzept“ die weitere Diskussion. Bewährt hat sich die Erwartungsabfrage im Rahmen der Vorstellungsrunde, da sich dadurch eine offenes und angenehmes Gesprächsklima ergibt.

 

Im Rahmen des Verpflegungsausschusses wird über ein gemeinsames Vorgehen zur Feststellung des Soll-Zustandes entschieden. Es hat sich bewährt die Ist-Analyse als Basis zu nehmen und dann die Punkte zu bestimmen, die entweder verbessert oder verändert werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt bietet es sich an Qualitätskriterien zu definieren und im Verpflegungskonzept zu verankern.

 

Zu diesem Zeitpunkt können auch die organisatorischen Rahmenbedingungen der Verpflegung überprüft, diskutiert und ggf. umstrukturiert werden. Änderungen, die die Verpflegung zukunftsfähig machen, sollten zu diesem Zeitpunkt geplant und deren Umsetzung geplant werden.

 

Aufgaben und Ziele des Verpflegungsausschusses

 

  • Alle Beteiligten an der Verpflegung abholen, einbeziehen und ein gemeinsames Vertrauen aufbauen
  • Bewusstsein für den Stellenwert der Verpflegung und die Ziele schaffen
  • Ist-Situation darstellen
  • Soll-Zustand festlegen
  • Weiteres Vorgehen gemeinsam festlegen und planen

Einbeziehung des politischen Gremiums

 

Die politischen Gremien sind bei Veränderungsprozessen grundsätzlich einzubeziehen. So liegt die letzte Entscheidung über die Umsetzung des Verpflegungskonzept in der Praxis bei den Vertretern dieser Gremien.

 

Die politischen Gremien werden im ersten Schritt über die bisherigen Termine informiert, die Ist-Situation der Verpflegung dargestellt und die geplanten Veränderungen, Anpassungen und zu verankernde Qualitätskriterien vorgestellt. Die Gremiumsmitglieder haben so die Chance sich ein umfassendes Bild der bisherigen Arbeit zumachen und einen ersten Eindruck von dem Verpflegungskonzept zu bekommen. Zudem können die Gremiumsmitglieder zu diesem Zeitpunkt wichtige Hinweise geben und Einfluss auf den weiteren Verlauf nehmen. Dem Gremium sollte ausreichend Zeit gegeben werden Fragen zur Verpflegung, zur Finanzierung und zur Organisation zu stellen.

 

Werden Veränderungen in der Verpflegung angestrebt, sind die Entscheidungsträger frühzeitig und umfassend zu informieren. Häufig geht es hier vor allem finanzielle Entscheidungen und Investitionen.

 

Grundsätzlich sollte im politischen Gremium mit Widerständen zum Verpflegungskonzept und zu Veränderungen gerechnet werden. Die Argumentationskette sollte vor dem Treffen durchdacht werden.

 

Rückmeldungen und Veränderungs- oder Verbesserungsvorschläge durch das politische Gremium sind im Nachgang in das Verpflegungskonzept einzupflegen

 

Aufgaben und Ziele des politischen Gremiums

 

  • Bericht über erfolgte Schritte und bereits stattgefundene Termine
  • Darstellung der Ist-Situation, geplanter Veränderungen und Verbesserungen
  • Information über Finanzierung und ggf. geplante Investitionen
  • Abstimmung über weiteres Vorgehen
  • Zustimmung einholen

Die Umsetzung in ein Schriftstück

 

Nun geht das Projekt „Verpflegungskonzept“ erst so richtig los!

 

Am Runden Tisch und im politischen Ausschuss wurden die Ziele der Verpflegung definiert und deren zukünftige Qualität festgelegt. Alle vereinbarten Punkte gilt es schriftlich festzuhalten. Über eine längere Phase werden Sie (gemeinsam mit weiteren Personen) Textabschnitte formulieren und immer wieder überarbeiten.

 

Das Schreiben des Verpflegungskonzepts nimmt viel Zeit in Anspruch. Dies kann häufig nicht allein von einer Person geleistet werden. Die jeweiligen Zuständigkeiten sind jetzt zu klären und die Aufgaben auf mehrere Mitarbeitende zu beurteilen. Die jeweiligen Textbausteine zu bestimmten Themen sind idealerweise von den jeweiligen Experten der verschiedenen Fachabteilungen zu schreiben (z. B. Verwaltung, Hauswirtschaftskräfte, pädagogische Fachkräfte). Es hat sich bewährt das Texte auch von Mitgliedern des Runden Tischs geschrieben werden.

 

Inhalt des Verpflegungskonzepts sind die Daten der Ist-Analyse sowie der definierte Soll-Zustand der Verpflegung. Die erfassten Punkte sollten sich alle im Verpflegungskonzept wiederfinden. Als Orientierung bietet sich folgende Basis-Gliederung an:

 

  1. Ausgangslage und Zielsetzung
  2. Zielgruppen und Verpflegungsbedarf
  3. Verpflegungsangebot
  4. Mittagessen
  5. Verpflegungsqualität
  6. Bewirtschaftungskonzept
  7. Produktionskonzept
  8. Raumkonzept
  9. Bestellwesen und Abrechnungskonzept
  10. Qualitätsmanagementkonzept
  11. Preisgestaltung
  12. Pädagogisches Konzept

 

Je nach Verpflegungssituation sind einzelne Inhaltspunkte besonders hervorzuheben. Anderen Punkte können ggf. entfallen. 

 

Nach mehreren Wochen steht ein erster Entwurf  des Konzepts, der bei weiteren Diskussionen am  Runden Tisch und in den politischen Gremien weiterentwickelt werden wird.

 

Qualitätsbewusst denken

 

Von Anfang an sollte an Qualitätssicherungsmaßnahmen gedacht und überlegt werden, wie die Inhalte des Verpflegungskonzepts sichergestellt werden können.

 

Regelmäßige Treffen des Runden Tisches, Speiseplan-Checks und die Nutzung von Tools wie „Unser Schulessen“ sind wichtige Maßnahmen der Qualitätssicherung.

 

Die Maßnahmen sollten auf allen Ebenen der Verpflegung, auch auf Einrichtungsebene, durchführt werden und so individuelle Bedarfe vor Ort geklärt. Um zu prüfen, ob Ihre definierten Qualitätsanforderungen an die Verpflegung später auch umgesetzt werden können, führen ist vor Veröffentlichung der Ausschreibung eine Markterkundung durchzuführen. Dabei ist die sind die Inhalte der definierten Soll-Verpflegung als Kriterien festzulegen. 

Verpflegungskonzept fertigstellen

 

Nachdem die politischen Vertreter*innen über des Verpflegungskonzept informiert wurden, werden die Inhalte des Entwurfs bei der zweiten Runde des Verpflegungsausschusses diskutiert. Häufig kommt es vor, dass Punkte der ersten Runde des Verpflegungsausschusses nur abgewandelt oder gar nicht umgesetzt werden können. Diese Punkte sollten bei der zweiten Runde des Verpflegungsausschusses offen angesprochen und auf die Hürden (z. B. in der Verwaltung oder vor Ort in der Einrichtung) hingewiesen werden. Möglicherweise gab es seit ersten Runde des Verpflegungsausschusses bereits (finanzielle) Entscheidungen, die für oder gegen die Umsetzung der definierten Verpflegungsqualität sprechen. Teilen Sie dies dem Verpflegungsausschuss offen mit.

 

Organisation einfach halten

 

Für die zweite Runde des Verpflegungsausschusses sind dieselben Personen wie für das erste Treffen einzuladen. Sind mehrere Runde des Verpflegungsausschusses zu organisieren, so ist dies beizubehalten.

 

Der Einladung zu nächsten Treffen des Verpflegungsausschusses ist immer der aktuelle Stand des Entwurfes des Verpflegungskonzepts beizufügen, damit alle Beteiligten auf demselben Stand sind und sich entsprechend vorbereiten können.

 

Alle Teilnehmer sollten eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschreiben, da unter Umständen auch mit sensiblen Daten gearbeitet werden wird.

 

Dokumente, die mitgeschickt werden, sollten immer als Entwurf gekennzeichnet sein ( z.B. durch und Wasserzeichen) und mit dem jeweiligen Datum der letzten Überarbeitung versehen sein.

 

Zu Beginn der nächsten Sitzung sind die Eckpunkte oder größten Veränderungen aus dem Verpflegungskonzept vorzustellen. Dies kann im Rahmen einer Präsentation erfolgen.

 

Beschluss im politischen Gremium

 

Nachdem alle Entscheidungen zur Verpflegungsqualität getroffen und in das Konzept eingearbeitet wurden, ist das Verpflegungskonzept fertig.

 

Als nächster Schritt ist eine Beschlussvorlage für das politische Gremium nach den Vorgaben Ihrer Kommune zu erstellen. Geben Sie das Verpflegungskonzept in den Anhang.

 

Der vorerst letzte Schritt ist es, im politischen Gremium einen Beschluss für das Verpflegungskonzept einzuholen. Ein solcher Beschluss ist notwendig, damit die Verwaltung das Konzept zukünftig als Basis für die Ausschreibung der Verpflegungsleistungen verwenden kann. Außerdem kann so die geleistete Arbeit bekannt gemacht und entsprechend gewürdigt werden.

 

Häufig muss das Verpflegungskonzept in Kommunen mehrere Ausschüsse durchlaufen. Ausschüsse, in denen das Verpflegungskonzept meist final vorgestellt werden muss, sind Haupt- und Finanzausschuss, Stadtrat und Dezernatsausschuss.

Politischen Vertretern sollte auch auch im zweiten und dritten Ausschuss die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen.

Bei den jeweiligen Terminen sollten vorangegangenen Termine und einbezogenen Akteure aufgezeigt werden. Sollten für die Umsetzung des Verpflegungskonzepts weitere finanzielle, räumliche  oder personelle Entscheidungen erforderlich sein, können diese in weiteren Tagesordnungspunkten ebenfalls direkt beschlossen werden. 

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