Schulverpflegung beeinflusst Lern- und Essverhalten

Die Schulverpflegung bietet eine gute Möglichkeit, positiv auf die Ernährungs­situation und damit auf eine altersgerechte Entwicklung und die Gesunderhaltung der Kinder und Jugendlichen Einfluss zu nehmen. Ein schmackhaftes und ausgewogenes Essen in der Schule kann zudem die Konzentrations­fähigkeit erhöhen.

Der Koch spricht mit zwei Mädchen und einem Jungen am Mittagstisch.

Auch spätere Geschmacksvorlieben und Handlungsmuster werden dadurch geprägt, was und wie in der Kindheit gegessen und getrunken wurde. Um die Entwicklung eines geeigneten Ess- und Lebensstils bei den Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, sollten Schulen eine gesunde und abwechslungsreiche Verpflegung anbieten sowie eine einladende Atmosphäre beim Essen ermöglichen.

Das gemeinsame Essen in der Schule sollte zudem alltagsorientiert im Unterricht thematisiert und mit pädagogischen Angeboten begleitet werden. Idealerweise sind die fachlichen Botschaften im Unterricht und das Erleben der täglichen Mahlzeiten aufeinander abgestimmt. Gemeinsam mit Fachexpertinnen entwickelte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) einen bundesweit einheitlichen Qualitätsstandard für die Schulverpflegung. Dieser gibt Empfehlungen zu allen Dimensionen der Schulverpflegung wie zum Beispiel zur Lebensmittelauswahl und -herstellung, zu den Warmhaltezeiten als auch zur Hygiene, Essenszeit und Atmosphäre beim Essen.

Da Qualität von Schulverpflegung und die Akzeptanz für eine Essensteilnahme auch maßgeblich durch das Umfeld beim Mittagessen beeinflusst werden, steht jede Schule vor der Herausforderung, ausreichend lange Pausenzeiten und eine einladende Atmosphäre zu schaffen. Zusätzlich müssen sie eine gute Kommunikation zu diesem Thema mit der Schüler- und Elternschaft sowie mit dem Träger und dem Essensanbieter gewährleisten. Diese Herausforderungen für Schulen sind immer sehr individuell und bedürfen schulspezifischer Lösungswege. Für die Weitergabe von Erfahrungen und Anregungen aus Brandenburgischen Schulen stehen wir – als Vernetzungsstelle – gerne zur Verfügung. Unser Ideenkatalog bietet z.B. zahlreiche Praxisanregungen.

Bereits in jeder dritten brandenburgischen Schule haben sich hierfür Mensa-Gremien etabliert, die sich diesem Thema regelmäßig widmen.

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Langzeitstudien des Robert-Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen (KiGGS) zeigen, dass Übergewicht und Essstörungen in Deutschland weit verbreitet sind. In Brandenburg sind 9,2 % der Schulabgängerin­nen (10. Klasse) stark übergewichtig.
(Quelle: Datenmonitor BGA 2016).