Haben Sie in den heißen Sommermonaten schon einmal gemerkt, dass Ihnen die Konzentration fehlt oder Ihnen schwindelig wird? Gerade im Alter ist es wichtig, ausreichend zu trinken – und das nicht nur im Sommer. Erfahren sie hier, worauf Sie achten sollten und wie Sie es ganz einfach schaffen, im Alltag genug Flüssigkeit aufzunehmen.
Ältere Menschen neigen häufig dazu, wenig zu trinken. Entweder weil sie es vergessen oder bewusst vermeiden, damit sie zum Beispiel nachts nicht auf die Toilette gehen müssen.
Jedoch ist eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit eine wichtige Voraussetzung für das geistige und körperliche Wohlbefinden. Denn Flüssigkeitsmangel kann gravierende Folgen für den Körper haben. Schon bei einem Wasserverlust von 2 % nimmt die Konzentration und Leistungsfähigkeit ab. Jeder weitere Verlust kann zu noch schwereren Beeinträchtigungen führen, z. B.:
- Schwindel
- Verwirrtheit
- Nierenschädigung
- Herzkreislaufbeschwerden
Die richtige Menge: Wie viel Wasser braucht der Körper?
Der menschliche Körper besteht zu 50 % bis 70 % aus Wasser und scheidet dieses ständig über Nieren, Haut, Stuhl und Atmung aus. Daher ist eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr lebensnotwenig und sollte dem Körper am besten über kalorienarme Getränke zugeführt werden.
Die DGE empfiehlt Seniorinnen und Senioren täglich 1,3 – 1,5 Liter zu trinken. Dies entspricht etwa dem Inhalt von sechs großen Gläsern oder Tassen (à 250 bis 300 ml).
Bei einigen Krankheiten sollten Sie die Flüssigkeitsmenge aber begrenzen. Zum Beispiel bei (schwerer) Herzinsuffizienz, bestimmten Nierenschäden oder Leberzirrhose. In diesen Fällen kontaktieren Sie unbedingt Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin.
Optimale Getränke für Senior*innen
- Trink- oder Mineralwasser
- Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
- Fruchtsaftschorlen mit einem Verdünnungsverhältnis von einem Teil Saft (100 % Fruchtsaft) und drei Teilen Wasser
Wussten Sie schon?
- Der menschliche Körper besteht zu 50 % bis 70 % aus Wasser.
- Es wird empfohlen, etwa 1,5 Liter Flüssigkeit täglich zu trinken.
- Leitungswasser kann in Deutschland ohne Bedenken getrunken werden: Die Leitungswasser-Qualität ist deutschlandweit gut bis sehr gut.
Abwechslungsreiche Getränke für jede Jahreszeit
Mit ein paar kleinen Tricks bereiten Sie sich vielfältige Getränke zu. Probieren Sie doch einmal selbst aromatisiertes Wasser („Infused Water“) zu machen.
Verfeinern Sie Ihr Wasser mit:
- aufgeschnittenem Obst und Gemüse: z. B. Gurke, Apfel, Orange, Beeren
- geschnittenem Ingwer
- Kräutern: z. B. Basilikum, Rosmarin, Thymian, Minze
Brauchen Sie noch Inspiration? Dann probieren Sie das Rezept für Roten Eistee (von der Küchenpartie).
Ausreichend Trinken: Tipps & Tricks für den Alltag
Stellen Sie sich Getränke in Sichtweite. Eine gefüllte Flasche Wasser oder eine Kanne Tee in der Nähe erinnert Sie daran zu trinken.
Essen Sie viel wasserreiches Obst und Gemüse. Durch Gurken und Melonen nehmen Sie z. B. ebenfalls Wasser auf.
Entwickeln Sie Trinkrituale. Trinken Sie zu jeder Mahlzeit und nach dem Aufstehen ein Glas Wasser. Stellen Sie sich eine Wasserflasche ans Bett.
Trinken Sie auch, wenn Sie nicht durstig sind. Im Alter nimmt das Durstgefühl ab. So wird es schwieriger einen Flüssigkeitsmangel wahrzunehmen.
Benutzen Sie Erinnerungshilfen. Ein Wecker oder die Küchenuhr erinnern Sie z. B. alle 2 Stunden daran ein Glas Wasser zu Trinken. Auf Vorrat trinken ist nicht möglich. Denn der Körper kann kein Wasser speichern.
Bevorzugen Sie Wasser mit Geschmack? Dann probieren Sie doch einmal selbst aromatisiertes Wasser zuzubereiten:
- mit aufgeschnittenem Obst (Zitrone, Orange, Beeren)
- geschnittenem Ingwer
- Gurke
- Kräutern (Minze, Rosmarin oder Basilikum).
Weitere Anregungen finden Sie auf der Website Gesund & Aktiv Älter Werden.
Haben Sie ein Lieblingsglas oder einen Lieblingsbecher? Dann trinken Sie Ihre Getränke daraus. Da macht das Trinken gleich viel mehr Spaß.
Geeignete Trinkhilfen aus dem Fachhandel oder Sanitätshaus können Ihnen das Trinken im Alter erleichtern. Es gibt z. B. Tassen mit zwei Griffen oder Aussparungen für die Nase.
Auf der Website der Vernetzungsselle Seniorenernährung Schleswig-Holstein erfahren Sie mehr über Hilfsmittel für mehr Freude beim Essen und Trinken.
Legen Sie sich einen Tagestrinkplan an, um den Überblick zu behalten.
Eine Trinkplan-Vorlage (PDF, 875 KB, nicht barrierefrei) gibt es auf der Website der Vernetzungsstelle Senioren Nordrhein-Westfalen.
Wenn Sie den Trinkplan laminieren oder in einer Klarsichtfolie verwenden, können Sie ihn mit einem abwischbaren Stift täglich neu beschreiben.
Packen Sie Getränke ein, wenn Sie unterwegs sind. So können Sie auch bei längeren Ausflügen regelmäßig etwas trinken.
Hilfsmittel für mehr Freude beim Essen
Fällt es Ihnen schwer Flaschen zu öffnen? Oder zittert Ihre Hand manchmal, wenn Sie ein Glas halten? Mit den richtigen Hilftmitteln geht es gleich viel leichter.
Erklär-Video der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Schleswig-Holstein.
Mehr Informationen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):
Allgemeine Infos zum Thema Trinken im Alter
DGE-Praxiswissen „Trinken im Alter“ (PDF, 2 MB, nicht barrierefrei)
Info-Broschüre „Wasser trinken – fit bleiben“ (PDF, 435 KB, barrierefrei)
Info-Blatt in Leichter Sprache „Wasser trinken und gesund bleiben“ (PDF, 662 KB, nicht barrierefrei)
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG):
Info-Broschüre „Gesund trinken im Alter“
Weiteres Info-Material:
Mein täglicher Trinkplan (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, PDF, 875 KB, nicht barrierefrei)
Was tun bei Hitze?
Heiße Tage und Hitzewellen wird es in Zukunft immer häufiger geben. Gerade bei Hitze sind besonders Senior*innen und pflegebedürftige ältere Menschen gefährdet. Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstempfinden ab, gleichzeitig funktioniert die körpereigene Temperaturregulation weniger effektiv. Dadurch fällt es dem Körper schwerer, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Daher ist es wichtig an heißen Tagen genügend zu trinken.
Ein Flüssigkeitsmangel kann zu Kreislaufproblemen, Müdigkeit, Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden führen. Gerade bei pflegebedürftigen Senior*innen ist deshalb besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
Was können Sie bei heißen Tagen tun, um sich zu schützen? Auf was sollten Sie als pflegende Angehörige oder Pflegefachkraft im Umgang mit Senior*innen achten?
Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die nächste Hitzewelle gut überstehen.
Tipps & Tricks bei Hitze
Es wird empfohlen täglich ca. 1,5 l zu trinken. Bei Hitze verlieren Sie mehr Flüssigkeit und sollten deshalb auch an heißen Tagen mehr trinken.
Tipp: Trinken Sie bei Hitze täglich etwa 500 ml mehr als gewöhnlich.
Geeignete Getränke sind:
- Wasser
- Mineralwasser
- Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
- Verdünnte Saftschorlen
Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers: Dunkelgelber Urin weist darauf hin, dass Sie zu wenig trinken.
An heißen Tagen sind leichte, wasserreiche Speisen besonders gut geeignet.
Empfehlenswert sind:
- Salate
- Obst und Gemüse
- Joghurt, Quark, Hüttenkäse
- kalte Suppen (süß oder pikant)
Weitere Tipps:
- Wasserreiches Obst und Gemüse unterstützen Ihren Flüssigkeitshaushalt: z. B. Gurken, Tomaten, Melonen, Beeren.
- Eiweißreiche, leichte Speisen versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen und belasten gleichzeitig nicht den Kreislauf: z. B. Quark und Hüttenkäse.
- Erfrischen Sie sich durch eisgekühlte Speisen: z. B. Joghurt oder Fruchtsorbet.
- Eisgekühlte Getränke erfrischen und unterstützen Ihren Flüssigkeitshaushalt: z. B. Smoothies, Fruchtsorbet oder Gemüsesäfte.
Vermeiden Sie möglichst:
- fettige und stark gesalzene Spiesen
- sehr stark gewürzte Gerichte
Sie belasten den Körper zusätzlich und erhöhen den Flüssigkeitsbedarf.
Machen Sie Einkäufe, Erledigungen, Spaziergänge oder gemeinsame Aktivitäten mit Freunden und Verwandten, wenn es noch kühler ist: In den Morgen- und Abendstunden.
Bitten Sie gegebenenfalls Freunde oder Nachbarn darum, für Sie einzukaufen.
Informieren Sie sich über das Wetter und aktuelle Hitzewarnungen beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Dort gibt es auch regionale Warnungen.
Hilfreiche Informationen sind:
- Regionale Hitzewarnungen
- Hitzewarn-App des Deutschen Wetterdienstes
So können Sie vorausschauend planen und sich auf die nächsten heißen Tage vorbereiten.
In Städten kann es im Sommer bis zu 10 °C wärmer sein als im Umland. Dadurch steigt das Gesundheitsrisiko für ältere Menschen zusätzlich. In der Warnapp erscheinen gesonderte Warnungen für diese Gruppen.
Eine angenehme Raumtemperatur hilft dem Körper, Belastungen durch Hitze besser auszugleichen.
Tipps:
- Lüften Sie früh morgens und spät abends. So kann frische, kühlere Luft in den Räumen zirkulieren und es wird nicht zu heiß.
- Halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen.
- Schließen Sie Vorhänge und Jalousien.
- Hitzeschutzfolien können zusätzlich hilfreich sein.
- Verwenden Sie Außenjalousien oder reflektierende Folien, wenn vorhanden. Diese halten die Hitze schon vor dem Fenster ab.
- Mit einem Ventilator zirkuliert die Luft in geschlossenen Räumen.
- Wichtig: Nutzen Sie Ventilatoren nur, wenn die Raumtemperatur niedriger als die Außentemperatur ist.
Kühlen Sie Ihren Körper an heißen Tagen mit Wasserspray, Fußbädern oder mit feuchten Tüchern.
Tragen Sie leichte, luftige Kleidung und bei Aufenthalten in der Sonne eine Kopfbedeckung. Beziehen Sie auch ihr Bett mit dünnerer Bettwäsche.
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt / mit Ihrer Ärztin, ob Ihre Medikamente angepasst werden sollten.
Wichtige Hinweise:
- Einige Medikamente (z. B. entwässernde Mittel, sogenannte Diuretika) können das Risiko erhöhen zu dehydrieren.
- Blutdrucksenkende Medikamente wirken an sehr warmen Tagen möglicherweise stärker.
- Achtung Grapefruitsaft: Inhaltsstoffe der Grapefruit können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.
Besprechen Sie auch Auffälligkeiten mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin.
Hinweis für Pflegefachkräfte:
- Bei der Anwendung von Transdermalpflastern ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Durch Hitze und eine erhöhte Hautdurchblutung können Wirkstoffe schneller aufgenommen werden als üblich.
Achten Sie bei sich selbst oder bei Ihren Angehörigen auf Anzeichen von Hitzestress. Kontaktieren Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin, wenn Ihnen körperliche Warnsignale auffallen.
Symptome können sein:
- Schwindel
- Blässe / Röte
- Erschöpfungsgefühl
- Verwirrtheit
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen / Muskelkrämpfe
- Trockene Haut
- Übermäßiges Schwitzen oder gar kein Schweiß
- Übelkeit
- Kreislaufprobleme
- Unruhe
- Auffällige Teilnahmslosigkeit
- Schlafstörungen
- Kurzatmigkeit
- Durstgefühl
- Appetitlosigkeit
- Erhöhte Temperatur / Fieber
- Infektionen (z. B. Blasenentzündung)
- (unstillbares) Erbrechen
- Verstopfung
Für Pflegefachkräfte:
Es sollte einen Notfallplan geben, für die Erstversorgung von zu Pflegenden, die Warnsignale zeigen. Der Notfallplan mit klaren Maßnahmen sollte im Team bekannt sein.
Hitzeschutzkonzept entwickeln
- Zuständigkeiten im Team festlegen
- Schutzmaßnahmen dokumentieren
- Mitarbeitende regelmäßig schulen
Notfallplan erstellen
- Körperliche Warnsignale von Hitzestress erkennen
- Klare Handlungsabläufe definieren
Trinkangebote ausbauen
- Wasserstationen an stark frequentierten Stellen bereitstellen
- Trinkwagen einsetzen, der durch die Zimmer fährt
- Regemäßige Trinkenrunden durchführen
Wasserreiche Snacks anbieten
Beispielweise: gekühlte Melonen- oder Gurkenstücke, Tomaten, Ananas und Beeren, Joghurt
- Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG): kompakt. Gesund durch die Sommerhitze – Informationen und Tipps für ältere Menschen und ihre Angehörigen
- BIÖG: Klima, Mensch, Gesundheit. Tipps für Menschen ab 65 und Angehörige
- BIÖG: Plakat „Gesund durch die Sommerhitze“ (PDF, 1,5 MB,nicht barrierefrei)
- BIÖG: Merkblatt „Gesund duch die Sommerhitze. Tipps für zuhause versorgte Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörige“ (PDF, 227 KB, nicht barrierefrei)
- Pflegenetzwerk Deutschland: Hitzeschutz: Informationen für professionell Pflegende, hauswirtschaftliches Personal und pflegende Angehörige
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Broschüre „Pflege und Hitze. Informationen für pflegende Angehörige“ (PDF, 3,2 MB, nicht barrierefrei)
- Pflegenetzwerk Deutschland: Merkblatt „Pflege und Hitzeschutz“ (PDF, 269 KB, nicht barrierefrei)
- Hitzeaktionstag
Podcast „Zu Tisch, bitte!“: Immer eine Flasche auf dem Tisch
Kindern und alten Menschen fällt es häufig besonders schwer genügend zu trinken. Aber wie viel sollen wir täglich trinken? Und welche Getränke sind geeignet?
Diese Fragen werden im Podcast der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen besprochen. Es gibt außerdem Tipps & Tricks dazu, wie Sie im Alltag genügend trinken.
Am Ende der Folge spricht Lucie Kolb von der Fachstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit (FAM) über Alkohol im Alter.
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